5. Elbaman - 27. September 2009 -  S3

Der Elbaman war als Zugabe zu einer langen Saison geplant gewesen. Drei Wochen nach dem Powerman erwartete ich nicht so viel. Da wir aber sowieso auf Elba in den Ferien waren wollte ich mir den Wettkampf nicht entgehen lassen. Ich hatte ihn aus dem 2006 in sehr guter Erinnerung: er hat eine wunderschöne Radtstrecke (die schönst aber auch langsamste/härteste die ich kenne) und war ein kleiner, familiärer Wettkampf.

Am Dienstag vorher begann am Morgen im Büro plötzlich der Rücken im Kreuzbereich zu schmerzen. An diesem Tag war der Schmerz dann sehr störrend. Am nächsten Morgen fuhr im mit den Zug nach Goppenstein. Von dort radelte ich bis Varen wo ich an der Bisse du Varonne etwas wanderte. Danach fuhr ich nach Grone zu Corinnes Grandmaman. Der Rücken war nun deutlich besser.
Am nächsten Tag war wüme (Vendage). Wir lasen an diesem Tag ca 2 Tonnen Pinot Noir Trauben ab. Erstaunlichwerweise ging auch das ziemlich gut und der Rücken schmerzte nur wenig.

Am Freitag Morgen fuhren wir über den Grossen St. Bernhard und Genua nach Elba. Auf Elba holte ich auf dem Weg nach Cavoli gerade noch die Starunterlagen (es gab ein schönes , angenehms Tri-Top). Am Abend gingen wir noch an die Pasta Party die mich aber nicht so überzeugte. Irgendwie war ich aber nicht so motiviert für das Rennen. Ich spürte wohl, dass der Körper/Rücken nicht so wollte.

Am Samstag Nachmittag checkte ich das Rad ein. Da kam dann wieder etwas das 'Wettkampffieber' und ich freute mich auf Sonntag. Am Abend war die Motivation dann wieder weg und ich war überaschenderweise aufgeregt und konnte nicht einschlafen. Das hätte ich vor einem für mich nicht so wichtigen Wettkampf nicht erwartet.

Am Sonntag morgen stand ich um 5:30 auf und ass etwas. Dann fuhr ich nach Marina di Campo. In Cavoli war es noch knapp 20C. Aber in Marina di Campo war es dann 15C kühl. Ich spürte denn Rücken nun nur noch ganz leicht.
Nach 6:30 ging ich dann langsam zum Strand wo ich etwas ein schwamm und mich danach in die 'Startbox' stellte.

Um 7Uhr starteten wir dann. Ich startet schnell und schwamm zuerst ziemlich vorne. Um nicht in Schlägereien verwickelt zu werden war ich aber ganz am äusseren, rechten Rand des Feldes. Die erste Runde ging gut. Auf der zweiten Seite des zu schwimmendes Vierecks störte die aufgehende Sonne teilweise etwas. Ich kam nach der ersten Runde 29:58 aus dem Wasser. Nach einem kurzen Landgang ging es auf die zweite Runde. Hier fiel mir auf, dass die Bojen nicht mehr so schön in einer Linie waren wie das erste mal. Hatte sich da eine verschoben? Auf der zweiten Hälfte der Runde fühlte ich mich gut und griff etwas an. So konnte ich unser Gruppe sprengen. Gegen Schluss merkte ich dann aber, dass es nicht für unter einer Stunde reichen wird. Nach 1:01:08 kam ich aus dem Wasser. Für eine Sub-1 Schwimmzeit hätte ich auf der ersten Hälfte 'agressiver' schwimmen müssen.

Nun folgte ein ziemlich langer Weg durch Marina die Campo zur Wechselzone. Zusammen mit dem Wechsel brauchte ich 3:38.

Auf dem Velo fühlte ich mich zu Beginn gut. Ich ersten Anstieg nach San Piero/San Illario merkte ich dann aber, dass mir etwas die Kraft fehlte und ich wurde von ein paar Athleten überholt. Von hier hat man eine super Aussicht auf die Bucht von Marina di Campo. Als es nach San Pierro flacher wurde holte ich wieder auf. Nach der Wende in San Illario fuhr ein Franzose den ich zuvor überholt hate neben mich und sagte, ich hätte meine Tasche mit dem Reperaturmaterial verloren. Er zeigte mir die Kurve und hielt schnell an um sie aufzunehmen und in die Seitentasche des Tops zu stossen. Nun ging es wieder runter und ich konnte ein paar Plätz gut machen. In Cavoli warteten dann Corinne, die Buben und meine Eltern am Strassenrand und feuerten mich an. Jetzt ging es mit kleiner Anstiegen und Abfahrten bis nach Chiessi. Dort begann dann der lange Anstieg nach Marcian. Der Abschnitt von wo man vor Cavoli erstmals aufs Meer sieht bis Marciane ist super: man hat immer Aussicht aufs tiefblaue Meer mit türkisfarbenen Buchten und fährt dabei durch karge Macchia oder grüne Kastanienwälder. Hier hatte sich das Feld schon so in die Länge gezogen, dass ich nur noch zwei, drei Radfahrer sah.
Nach Poggio folgt dann eine steile Abfahrt mit Haarnadelkurven. Die Abstände zwischen den Kurven waren 150 bis 500m. So werden leider viele der erkletterten Höhenmeter in Bremsenergie umgewandelt. Hier hänhte ich auch zwei ander Fahrer ab.
Von Marciana Marina geht dann eine sehr kurvige Strasse dem Meer entlang bis Procchio. Dort zweigt die Strasse quer durch die Insel zurück nach Marina di Campo ab. Am Ende der ersten Runde war ich ziemlich überascht als ich schon gut zwei Stunden gefahren war. Vor drei Jahren hatte ich 1h51 gebraucht.
Auf der zweiten Runde hatte ich dann mehr Probleme in den Anstiegen und der Rücken machte sich nun auch wieder bemerkbar. So konnte ich die schöne Strecke weniger geniessen und musste mehr kämpfen. In Cavoli war nur noch Corinne am Zuschauen. Ich warf ihr das Reperaturset hin da das in der Seitentasche beim treten störte. Ich fuhr nun auch meist alleine und wurde ein paar mal überholt.
Gegen Marciana dachte ich dann über einen DNF nach da es mir nicht gut ging. Ich wollte mit dem Rücken nichts riskieren. Und ein Marathon wäre sicher schlecht für Rückenschmerzen. In Marina di Campo war dann gute Stimmung und der Rücken störte in den flachen Abschnitten um die Stadt weniger. So konnte/wollte ich da nicht aufgeben. Ich hielt aber kurz bei Corinne und den Buben um sie zu informieren.
Kaum begann es aber wieder zu steigen spürte ich den Rücken mehr. Eventuell hatte ich deswegen auch etwas weniger Kraft in den Aufstiegen. So kehrte ich vor der Verzweigung nach San Piero/San Illario um. Bei der Wechselzone gab ich den Chip ab, holte mein Material und versorgte es im Auto. Dann suchte ich Corinne. Sie war an der Strandpromenade am Mittagessen. Da tat es dann schon etwas weh als ich die 70.3 Athleten auf ihrem Halbmarathon war. Wir gingen dann noch kurz einkaufen und fuhren dann zurück nach Cavoli wo wir am Nachmittag etwas badeten.
Danach genoss ich zwei Wochen Familieferien auf Elba mit baden, wandern und Beischtigungen. Das Wetter war bis auf einen regnerischen Tag sonnig und warm.



Obwohl es ein schlechtes/blödes Gefühl war beim 14. Ironman zum ersten mal aufzugen war es im Nachinein gesehen sinnvoll gewesen, dass ich aufgegeben hatte. In den nächsten zwei Wochen gabe es noch zwei mal einen Zwick in den Rücken mit darauf folgenden stärkeren Rückenschmerzen. Zudem hatte ich auch wiieder den Druck in der linken Brust den ich schon vor dem Powerman gespürt hatte. Zu Hause ging ich dann zum Clubkollegen und triathlon Nationalmannschafts-Arzt Parik Noack. Er tastete mich etwas ab und sagte die Schmerzen in der Brust kämen auch vom Rücken. Er mobilisierte mich dann. Da gab es zwei 'Knacks' im Rücken. Seither sind die Schmerzen in der Brust weg. Leichte Rückenschmerzen habe ich aber auch jetzt einen Monat nach dem Elbaman immer noch.
Den DNF kann ich auch etwas besser akzeptieren, da der Elbaman nach einer langen harten Saison nur Zugabe gewesen war. Drei Wochen nach dem Powerman durfte ich sowieso nicht allzuviel erwarten. Es war aber trotzdem sehr schade die Saison so abzuschliessen.

In der Rangliste sah ich später, dass der Elbaman dieses Jahr sehr langsam gewesen war. Obwohl es so viel Starter wie noch nie hatte und es die italiensche Meisterschaft war kamen nur drei Athleten unter 10 Stunden und noch drei weiter unter 10:30. So erklärten sich auch etwas meine langsamen Rad-Runden.

Fotos von unseren Elbaferien hat es hier http://www.family-weilenmann.net/Fotos/2009/Elba



fw, 26. Oktober 2009

Zur aktuellen Saison